Vergangenes Wochenende fand erneut die #lbm, die Leipziger Buchmesse statt, dank Wetter und Bahnchaos in diesem Jahr auch liebevoll #BlizzardCon und #Apokaleipzig genannt. Aber abgesehen von ungeräumtem Schnee und eingefrorenen Weichen war die Messe wieder bunt und spannend und voller Alkohol, Wiedersehen, Kennenlernen, Pläneschmieden und … Bücher. Im Grunde habe ich ja schon alles dazu gesagt – zum Beispiel im Messerückblick 2016 oder 2017, denn das meiste davon stimmt auch 2018. So oder ähnlich ist es gewesen.

Wohlvertraut und nagelneu

Es gibt immer noch Dünkel und Abgrenzungsversuche zwischen E und U, immer noch Cosplayer in Halle 1 und sonst auch überall und die Fantasy-Ecke in Halle 2, die mit dem Likör und den vielen netten Menschen. Es gab wieder Guerilla-Lesung am Freitagmorgen in der Innenstadt, mit mehr AutorInnen und Ninja-Lesen im Kaufhof. Und mit dem Plan, das Ganze im nächsten Jahr noch auszubauen. Man darf gespannt sein… In Halle 5 war es für mich am gefährlichsten, denn da tummeln sich viele unabhängige Verlage mit tollem Programm. Mitgenommen habe ich schließlich den “Weißen Affen” von Kerstin Ehmer und den “Grünen Chinesen” von Dagmar Scharsich. Beides Krimis, die zu unterschiedlichen Zeiten in Berlin spielen. Den ersten habe ich schon gelesen, in einem Rutsch, an einem Abend bis tief in die Nacht. Unbedingte Empfehlung! Wenn ich den zweiten durchhabe, folgt die Rezension. Lobend erwähnen könnte ich auch die offizielle Messeparty am Freitagabend in der Moritzbastei, denn die hat eine richtig gute, groovende Live-Band aufgeboten, dafür war der DJ ein Gewölbe weiter doch sehr gewöhnungsbedürftig.

Reden, Lesen, Zuhören

Am Samstag war ich Teil der Leipziger Autorenrunde und habe Self-Publisher zum Thema Übersetzen beraten. An meinem Tisch hat sich nur eine kleine Gruppe eingefunden, aber dadurch konnten wir ganz konkret ins Detail gehen und ich (hoffentlich) alle Fragen beantworten. Abends kämpften wir uns durch meterhohe Schneeverwehungen und arktische Kälte … na gut, das ist ein wenig übertrieben, der Schnee lag nur wenige Zentimeter hoch, aber die Temperatur lag deutlich unter der in der Arktis, und deswegen hingen überall Eiszapfen und die Wege waren spiegelglatt … jedenfalls durfte ich am Abend mit den wunderbaren Kolleginnen Simona Turini und Carolin Gmyrek im stimmungsvoll hergerichteten Bierkeller von Getränkefeinkost Zombie-Geschichten lesen, die beiden aus ihren Novellen im Rahmen der Zombie Zone Germany, ich eine spontan für diesen Anlass geschriebene Story, die bisher noch kein endgültiges Zuhause gefunden hat. Zusammen mit der Guerilla-Lesung am Freitag definitiv das Highlight des Messe-Wochenendes, denn Lesen/Zuhören in Kombination mit Freunden und Kollegen ist einfach das Schönste, was man als Buchmensch so machen kann. Abgesehen von Schreiben natürlich …

Schon wieder vorbei

Am Sonntag blieb letztlich nur Zeit für eine weitere Lesung, diesmal in der Nachbarstadt Halle, im überaus gemütlichen Café Diem, das gleichzeitig die sympathische Buchhandlung Wortwerke beherbergt. Gemeinsam mit Kollege Nils Krebber erzählten wir von Gaunern und Piraten, Wikingern und Zeitreisen, bevor auch schon das Abenteuer Heimreise rief. Für uns glücklicherweise ohne stundenlange Verspätungen und andere Schwierigkeiten, die der erneute Wintereinbruch leider viel zu vielen Besuchern der Messe beschert hat.

Sehen wir uns?

In diesem Jahr fällt es mir schwerer als sonst, profiliert von der Messe zu berichten. Vielleicht liegt das ganz einfach daran, dass ich da inzwischen hineinspaziere und sich sofort das Messegefühl einstellt: Ein Mix aus Gewusel und Neugier, Herzklopfen und Müdigkeit, schnellen Schritten und gemütlichem Hängenbleiben, Bücher fallen ins Auge oder rauschen an einem vorbei, eine Umarmung hier, ein Likörchen da, dann wieder ernsthafte Besprechungen von Projekten und Ideen, Möglichkeiten und Zukunftsmusik. All das ist bereits liebe Gewohnheit geworden, also bleibt nur so viel zu sagen: Wer die Messe noch nie besucht und erlebt hat, kann sich jetzt schon den 21. bis 24. März 2019 vormerken. Dann sehen wir uns dort!