Dota hat Anfang des Jahres ihre neue, von der Kritik gelobte Platte „Keine Gefahr“ veröffentlicht. Diesen Herbst geht die Band um die Frontfrau mit dem gleichnamigen Künstlernamen auf Tour, um die neuen Lieder unters Volk zu bringen.

Als Kleingeldprinzessin begann Dorothea Kehr im Alleingang, nur mit der Klampfe in der Hand, die Fußgängerzonen von Berlin zu bespielen. Mit der Verstärkung von drei erstklassigen Jazzmusikern wuchs das Projekt dann zur Band Dota und die Stadtpiraten. Der Spielraum wuchs, zu Folk-Fingerpicking gesellten sich Bossa-Nova- und Jazz-Rhythmen. Und über diese fließen, nein, tanzen Kehrs deutschsprachigen Texte. Der übliche 4/4-Takt, die vorhersehbaren Strukturen sind aufgelöst. Der Reim verlässt nach Laune seine angestammte Position am Zeilenende und geht, wohin er möchte. Es entsteht ein federleichter Sprechgesang, der sich entfaltet wie ein Gespräch. Die Texte sind zumeist intelligent zugespitzte gesellschaftskritische Beobachtungen, mal poetisch, mal kindlich-träumerisch, oft augenzwinkernd, manchmal detailverliebt, aber nie banal.

Ihren heutigen Bekanntheitsgrad mit eigenen Mitteln erarbeitet

Jahrelang spielte sich die gebürtige Berlinerin und studierte Medizinerin mit ihrer Band durch kleine Clubs. Dota verlegen sich selbst, haben Angebote von großen Plattenfirmen bis jetzt abgelehnt und sich ihren heutigen Bekanntheitsgrad mit eigenen Mitteln erarbeitet. Über den selbstgewählten Weg der Gruppe vorbei am Mainstream gibt es mehr in unserem Interview.

Die Band bleibt sich treu, nutzt aber neue Klangfarben

Das neue Album „Keine Gefahr“ erweitert das musikalische Spektrum der Band nun vor allem um elektronische Töne. Man könnte hier eine Anbiederung an den Klang der Gegenwart vermuten. Doch Dota entwickeln ihren Sound weiter, ohne sich auch nur ein wenig verbiegen zu müssen. Die Arrangements sind gelungen, das Elektronische schwingt mit, ohne sich aufzudringen. Die Band bleibt sich treu, nutzt aber neue Klangfarben.

Der wohl dringendste Song auf dem neuen Album ist „Grenzen“, ein Protestlied gegen Mauern, Zäune, Grenzkontrollen und Nationalismus. Hier findet Kehr deutliche Worte für den aktuellen Wahnsinn an Europas Außengrenze – für das tägliche Sterben, das ja bedauerlicherweise im allgemeinen Bewusstsein bereits seine Brisanz verliert und zur Alltäglichkeit wird.

 

Am 04. Oktober spielt Dota im Waschhaus Potsdam. Wir verlosen zwei Tickets für das Konzert

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Arikel: Basitan Geiken