Verdena sind soetwas wie das Gedankenspiel, das sich ergeben würde wenn Nirvana die Zeit bis heute überstanden hätten. Das Alternative-Rock Trio aus Italien ist ein klares Kind der Neunziger. Vollgeladen mit Grunge, Noise und nach außen transportiertem Weltschmerz üben sie sich am Transport des pathetischen Lebensgefühls der damaligen Jugend in das
Heute.

In der Zeit beachtlich entwickelt

Das tun sie nun schon seit über 20 Jahren und haben sich in der Zeit beachtlich entwickelt und sind heute so eine Art alternder aber dabei immer noch aktueller und trotz allem jugendlich aussehender Grunge-Rock-Dinosaurier. Auf der Bühne im Bi Nuu steht demenstprechend gleich eine ganze Reihe von Technik, die man eher weniger in einer Noiserock-Garage vermuten würde.

Italo-Moshpit vor der Bühne

Mittlerweile durch ein viertes Mitglied – Giuseppe – erweitert, können Sänger und Gitarrist Alberto sein Bruder und Schlagzeuger Luca und die Bassistin Roberta mit Bravour ihren Sound mit Synthies und Piano aufwerten. Songs ohne Gitarrenbrett sondern mit Alberto an den Tasten bieten Verschnaufpausen bevor man sich wieder nach Lust und Laune mit dem Italo-Moshpit vor der Bühne auseinandersetzen kann.

Man ist fast froh, dass Luca eine Pause am Schlagzeug bekommt

Die Szene ist auf jeden Fall an dem Tag im Bi Nuu vollversammelt und feiert kräftig die Neunziger. Abwechslung ist aber durch ganz untypische Songs komplett ohne Schlagzeug sondern mit stampfendem Drumloops vom Sampler geboten, ohne dass der Stimmungsfaden abreißt. Man ist fast froh, dass Luca eine Pause am Schlagzeug bekommt, denn manchmal ist einem fast Bange um dessen Gesundheitszustand.

Bassistin Roberta frischt das Ganze ungemein mit ihrer Energie und Präsenz auf

Sowohl Spieltechnik als auch Aussehen erinnern stark an Nirvanas Ex-Drummer Dave Grohl – allerdings hat man den Eindruck, dass hinter dem Drumset eher der Geist von einem ausgezehrten Blixa Bargeld hockt. Jedoch habe ich mir versichern lassen, dass gerade die beiden Brüder Luca und Alberto schon immer optisch sehr den Grungespirit in vollen Zügen atmen.

Bassistin Roberta hingegen frischt das Ganze ungemein mit ihrer Energie und Präsenz auf. Zur Zugabe wird die Akustikgitarre hervorgeholt, “Are you Lonesome Tonight” von Elvis Presley angesungen, bevor es nach zwei weiteren Verdenastücken einem noch das Melvins Cover “Revolve” in die Ohren gepresst wird. Eine klare Ansage und mit klingelnden Ohren wird man dann in die Nacht entlassen.

Artikel von Christoph Grzeschik

Fotos von Caterina Gili